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Bildergalerie 27. September 2020

  „1802, V M, C G“ ist in den rechten Eckpfosten des kleinen Fachwerkhauses geschnitzt. Romantisch steht es in der Sommersonne. Grüne Läden, hellblauer Anstrich und im Vorgarten reicher Pflanzenschmuck. VM CG, das sind die Initialen der Erbauer des Hauses: Vincenz Marz und Catherina Guthein. Sie erbauten 1802 das Haus in der heutigen Rappengasse. Damals stand es fast am Ortsrand. Unter einem Dach entstanden zwei Wohnungen. Die größere bestand aus zwei Stuben und Küche, die kleinere nur aus einer Stube und einer Küche. Beide Wohnungen hatten eigene Hausnummern, so trägt das Anwesen noch heute die Hausummern 11 und 13. Bis Anfang der 1970er Jahre war das Haus bewohnt, sein Zustand wurde aber zusehends schlechter.

Als es der heutige Eigentümer 1982 erwarb war es fast abbruchreif. Stück für Stück wurde es entkernt, komplett abgetragen und von einem ortsansässigen Zimmermann neu gerichtet. Der ursprüngliche kleine Gewölbekeller, der 1802 aus dem Schutt der römischen Ruinen Rheinzaberns entstand, blieb erhalten und wird durch einen neuen Betonkeller überspannt. Auf diesem soliden Fundament ruht seit 1986 das renovierte Haus. Seit einigen Jahren steht es unter Denkmalsschutz.

Durch archäologische Funde belegt, sind die Grundstücke Rappengasse 9/11 bereits seit dem 1. Jh. besiedelt. Beide Grundstücke liegen nur wenige Schritte westlich der römischen Fernstraße die Norditalien mit dem Ärmelkanal verband. Die reichhaltigen Keramikfunde aus der Römerzeit lassen jedoch keine Aussage über die Nutzung der Parzellen zu. Im Jahr 1953 wurde auf dem Grundstück Rappengasse 9 ein Keramikbrennofen aus dem 12. Jahrhundert freigelegt. Er ist das einzige Bindeglied von der großen römischen Tonverarbeitung in Rheinzabern zur modernen Ziegelindustrie in Rheinzabern / Jockgrim. Eine Erinnerungstafel im Hof des Anwesens zeigt ein Ausgrabungsfoto. Fundstücke aus der Römerzeit und dem 12 Jh. werden für die Gäste begreifbar sein.

Ganz in der Gegenwart – und doch sehr romantisch - liegt die heutige Gestaltung des Grundstücks. Es entstand dort in den letzten dreißig Jahren unter den Händen der jetzigen Besitzer ein einzigartiges Kleinod

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